Hallo und Willkommen!

Schön, dass Sie hier sind!

Vielleicht sind wir Brüder im Geiste, vielleicht regt meine Website und meine Thesen Sie zum Widerspruch oder zur Ergänzung an! Vielleicht werden wir uns bald persönlich begegnen – bei einem Vortrag oder wo auch immer. Oder Sie schreiben mir.

Und vielleicht entstehen gemeinsame Projekte oder wir verfolgen gemeinsame Anliegen. Für die Verbesserung der Arbeitswelt gibt es unendlich viel zu tun und wir brauchen viele Mitstreiter, Vormacher, Initiatoren, Gegen-den-Strom-Schwimmer und Andersmacher.

Ok – die Seite heißt – über mich? Wenn Sie hier geklickt haben, wollen Sie also  etwas über mich wissen. Also erzähle ich ein wenig aus meinem Leben…..

Unternehmer war ich irgendwie schon immer….

Aufgewachsen im 200-Seelen-Dorf Gangloff in der Pfalz auf einem Bauernhof als Erstgeborener. Karriere klar, Berufswahl abgeschlossen. Bauernkinder übernehmen den Hof.
So verlasse ich das Gymnasium zur landwirtschaftlichen Ausbildung. Säen, abwarten, pflegen, abwarten, ernten. Trecker fahren, pflügen, wieder säen, abwarten. Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Kühe füttern, melken, pediküren (ja wirklich – das nennt man dann Klauenpflege). Milchleistung steigern – durch Zucht, bestes Futter, Kühe mit Familienanschluss, sensible Betreuung. Sogar die Wirkung klassischer Musik auf die Leistung ist nachgewiesen.

Mit 16 übernehme ich mein erstes Unternehmen: die Hühner. Meine Mutter wollte sie abschaffen, mein Vater nicht auf seine Frühstückseier verzichten. Job für Sohnemann? Gemacht. So bin ich verantwortlich für 50 Hühner und deren Eierproduktion. „Chicken – CEO“ sozusagen.
Futter kaufen und mischen, morgens Hühner rauslassen und abends wieder unter Dach retten, ehe Fuchs und Habicht mir zuvorkommen. Eier holen, reinigen und der Nachbarin verkaufen. Kassieren, Buchhaltung, Umlage zahlen und freuen über den Gewinn als Taschengeld. Klappt super.

Bis eines Tages im Januar. Kalte Tage. Schnee draußen. Immer weniger Eier. Keine Ahnung, was da los ist. Ich füttere täglich –wie immer. Dann gar keine Eier mehr. Tage später finde ich die Ursache: die Wasserleitung ist eingefroren. Ich lerne: haben Hühner kein Wasser, legen Sie keine Eier mehr. Gar keine. Gehen in die innere Kündigung („Mauser“) und stellen auf lebenserhaltenden Passivbetrieb um. Nein, die sagen das nicht – sie gucken nur groß. Nix Taschengeld. Nur Lehrgeld. Aber man lernt ja schließlich aus Krisen.

Den Bauernhof entwickeln – das ist dann meine Leidenschaft geworden. Investieren, eine Maschinenhalle planen und bauen, Pläne schmieden, wo der Hof sich hin entwickeln kann.
Alles spannend bis zur plötzlichen Erkenntnis beim Füttern: „Das kannst Du jetzt die nächsten 30 Jahre so weiter machen…!“
Die Zweifel, das Interesse an anderen Themen, der Blick in die weite Welt haben mich immer begleitet. Haben mich angetrieben, mich auszuprobieren. Die Medaille als Europas Jung-Landwirt des Jahres zeugt davon. Der vermeintliche Lebensweg aber hat sich gerade mal als die erste Etappe herausgestellt.

Gelernt habe ich viel – über natürliches und gesundes Wachstum, Eier und Ertragskrisen. Was ich mitnehme: die Gestaltungsmöglichkeit als Unternehmer will ich nicht missen und genauso wenig das Zusammenspiel von Familie und Betrieb.

Bot der Bauernhof die Sicherheit und Geborgenheit – so ist die Welt da draußen für mich viel spannender. Ich engagiere mich im Jugendverband, bin bald Kreisvorsitzender und Landesvorsitzender. Organisiere große Events, agrarpolitische Diskussionen und suche nach Lösungen für die Entwicklung ländlicher Räume.
Für die persönliche Weiterentwicklung entdecke ich hervorragende Seminare, erlebe einen Mentor, der prägend sein sollte für meine nächsten Jahre. Welche Kraft in einfachen Fragen liegen kann: Wo willst Du hin im Leben? Wo sind Deine Grenzen? Was ist Deine Mission? Deine Werte? Ich spüre, was möglich ist. In diesem Moment weiß ich „Das willst Du auch machen!“. Zwei Jahre später bin ich der jüngste Trainer im Team und trainiere mit 22 Jahren gestandene landwirtschaftliche Unternehmer. Anfangs Gedächtnistraining, dann Zeitmanagement – später Unternehmensstrategie.
Nach dem Tod des Gründers übernehmen wir zu dritt die Konzeption und Leitung. Systematisieren die Weiterbildung, casten neue Trainer, bilden sie aus und führen über mehrere Jahre um die 100 freiberufliche Trainer in Deutschland und Österreich. Wir schaffen ein strukturiertes System aufeinander aufbauender Zweitagesseminare, das mehr als 10.000 Teilnehmer durchlaufen und darin persönliche Vision und individuelles Betriebskonzept entwickeln. Viele einzelne Menschen haben damit ihren Weg gefunden – erfolgreich und zufrieden. Welch eine Freude ist es, auch heute noch Menschen zu treffen, die davon berichten.
Parallel dazu gründe ich eine Firma und nenne sie „aufwind – die Entwicklungsagentur“. Hat damals niemand verstanden. Ich moderiere Bürgerbeteiligungsprozesse in Rheinland-Pfalz. Bin der erste „Dorfmoderator“ in Dörfern wie Nanzdietschweiler und Oberhosenbach. Bündele Bürgerengagement, ermutige zu eigenen Ideen und wandele Meckerenergie in Lösungshandeln. Mir werden Prozesse der touristischen Entwicklung anvertraut und es entstehen dauerhafte Kooperationen. Die Botschaft: Frage die Menschen, die betroffen sind. Meine es ehrlich, höre gut zu und unterstütze in der Realisierung von Ideen. Das schafft Energie und echte Entwicklung. Mein Büro ist anfangs auf dem Bauernhof.
Während andere im Studium für Klausuren büffelten, bin ich in Aurich, Itzehoe und Oberpullendorf zu Seminaren unterwegs. Lerne in Graz, was ein „Verlängerter“ und ein „kleiner Brauner“ sind.
Der Übergang in die Selbständigkeit war fließend. Der Horizont erweitert sich. Ich trainiere lettische Berater mit Simultandolmetscher und lerne in China, dass es ziemlich schwer ist, PowerPoint Folien zu präsentieren, die zuvor ins Chinesische übersetzt wurden. Fühle mich in Salzburg heimisch, entdecke Bozen, Stockholm, Graz, Winterthur und zuletzt entwickeln wir Unternehmertrainings für afrikanische Familien in Burkina Faso.
Menschen stellen die Weichen in ihrem Leben selbst – und wer sich verändern will, kann das auch schaffen. Dass wir darin unterstützen können – ja , das haben wir gezeigt. Aber was ist mit all den Menschen, die in Firmen und größeren Organisationen arbeiten?

In den nächsten Jahren unterstützen wir verstärkt Organisationen. Moderieren Leitbildprozesse und Klausuren. Strategieprozesse, Fusionen, Neuausrichtungen. Wir garantieren für konkrete Ergebnisse und manche Entwicklung trägt im Hintergrund unsere Handschrift. Aber immer wieder sind die Eingriffe zu punktuell, manchmal ist die Wirkung nicht nachhaltig genug. Mal ist es eine Führungskraft, die keine wirkliche Veränderung will. Mal sind die Prioritäten falsch gesetzt. Mal haben die Prozesse keine ausreichende Legitimation. Mal sind die Strukturen so zäh und resistent, dass Menschen trotz guten Willens eine gewollte Entwicklung nicht anstoßen können. So verstehen wir immer besser, was es alles braucht, damit eine Veränderung wirklich Bestand hat.
Nun reden ja viele über Führung und Unternehmertum. Ich könnte das nicht ohne all die eigenen Erfahrungen. Man muss erleben, was es heißt, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Je mehr das eigene Tun Früchte trägt, desto mehr verschieben sich die Aufgaben und wächst die Verantwortung. Nicht mehr alleine arbeiten, sondern die Strukturen und die Heimat für ein Team schaffen.
Mit jedem Erfolg, mit wachsender Bekanntheit und längerer Präsenz am Markt wächst das Bewusstsein dafür, wie wertvoll ein Unternehmen ist, das sinnvolle Aufgaben leistet, in guter Partnerschaft Kunden nützlich ist und Mitarbeitern eine Heimat bietet. Es macht stolz, zu sehen, wie sich Mitarbeiter und Partner entwickeln, Verantwortung übernehmen, persönlich wachsen und gemeinsam das Unternehmen gestalten. Die Rolle als Unternehmer – richtig interpretiert – bringt Freiräume, die entstehen, wenn mehr und mehr Funktionen wirklich gut delegiert sind.